Im Aufgebot für die alljährliche Winterrettungsübung (Lawinenübung) der Rettungsstation Oberhasli vom Samstag, 3. Januar 2026 steht: LVS, Schaufel, Sonde und Funkgerät (wegen Schneemangel ohne Ski). Ohne Schnee eine Lawinenübung durchzuführen, bedeutet zu improvisieren und das Programm entsprechend anzupassen. Beim Rekognoszieren am Freitag fanden sich in der Region Handegg tatsächlich ein paar einzelne Schneeflecken.
Dank diesen konnten fünf LVS (Lawinenverschütteten-Suchgeräte) und zwei Reccoplättchen vergraben, sowie eine Schneehöhle gebaut werden. Eine Schneehöhle brauchen die Hundeführer zur Ausbildung ihrer Lawinenhunde. An diesem Samstag kamen vor allem die Junghunde zur Ausbildung.
Am Samstagmorgen konnte der Rettungschef Theo Maurer bei heftigem Schneetreiben und Nebel (richtiges Retter-Wetter), zwölf Retter an der Handegg begrüssen. Tatsächlich hatte es in der Nacht einige Zentimeter geschneit und so kam doch noch ein wenig Winterstimmung auf.
Bis zur Mittagspause wurde an drei verschiedenen Posten intensiv gearbeitet. Geübt wurde die Suche mit dem LVS, dem Recco und unter der Anleitung von unserem Rettungssanitäter Menk, erste Hilfe im Gelände. Die Hundegruppe beübte die jungen angehenden Lawinenhunde.
Nach hervorragender Suppe mit Wurst im Restaurant Urweid - nicht nur Hunde haben ein Anrecht auf Wurst - gab es noch eine Einsatzübung für die gesamte Mannschaft.
Ein Fischer hat sich zwischen Guttannen und Boden beim Fischen an der Aare das Bein gebrochen (fiktiv). Da kein Flugwetter herrschte galt es, die verletzte Person terrestrisch zu bergen. Dank dem ausgezeichnet gewartetem und einsatzfähigem Material in der Rettungsstation Oberhasli, konnte der Beinbruch vor Ort gut behandelt werden und der Patient zügig den steilen Abhang hochgezogen werden. Zum Einsatz kam unter anderem die äusserst robuste, mit Benzin betriebene Rettungswinde sowie eine Tragbahre.
Da der Boden gefroren und mit wenig Schnee bedeckt war, wurden auch die Retter mehrheitlich am Seil gesichert und mit Steigeisen ausgerüstet. Nachdem alles Material wieder eingesammelt und in die Fahrzeuge verladen war, konnte der Rettungschef einen lehrreichen und unfallfreien Kurstag vor Ort abschliessen.
Es ist erfreulich zu sehen, dass sich junge Menschen als freiwillige Retterinnen und Retter in der Rettungsstation Oberhasli engagieren.
Fritz Teuscher