Am Mittwochmorgen kamen wir sieben Teilnehmer und unser Bergführer, Koni Rösti, gut gelaunt und voller Tatendrang im Turrahaus im hintersten Safiental zusammen.

Der «Zimmerbezug» war schnell erledigt: Ein 20er-Massenlager unter der Dachschräge, über eine steile Hühnerleiter zu erreichen, liess echte Hüttenromantik aufkommen aber auch manche Teilnehmerin einen kurzen Moment leer schlucken. Nach einem ersten gemeinsamen Kaffee waren aber rasch alle kritischen Gedanken vergessen und wir brachen kurz vor Mittag bei sommerlichen Temperaturen zum Piz Guv auf (bis zum Schluss blieben wir in der Aussprache zwischen «Dschiuw» und «Ghuff» gespalten, was aber definitiv keine Rolle spielte). Die Abfahrt bewältigten wir durch Skifahren in der vierten Dimension: schienbeintiefer Matschbruchharsch wurde mit ganz unterschiedlichen Skitechniken, aber stets elegant und erfolgreich gezähmt.
Der zweite Tag führte uns aufs Bärenhorn. Knapp fünf Stunden prognostizierte Koni für den Aufstieg, welche aber wie im Flug verstrichen – und vielleicht sogar unterboten wurden. Oben wurden wir durch eine grandiose Aussicht und Margreths legendären Kognak (?) belohnt, welcher – coronabedingt – mit eigenwilligen Techniken korrekt geteilt wurde oder auf den man eben halt ganz verzichtete. Als Ausgleich zum Vortag fand Koni hier die allerfeinsten Sulzhänge, so dass die lange Abfahrt ein wirklicher Genuss war und durch den zweiten gemütlichen Abend im Turrahaus mit bester Küche ergänzt wurde.
Ab dem dritten Tag waren andere Qualitäten gefragt. Dichte Bewölkung mit eindrücklich hartnäckigen Nebelschichten liess sich ein, was der guten Laune aber nichts anhaben konnte. Unverdrossen starteten wir zum Tomülhorn, waren dort sogar froh, dass uns der Nebel den einen oder anderen Tiefblick von der Gratschneide ersparte, und auf dem Gipfel fanden wir uns unvermittelt gar über dem Nebel und unter blauem Himmel. Für die Abfahrt war aber klar, dass es wieder durch den Nebel gehen würde. Koni spurte mit Leichtigkeit durch den White out zurück ins Tal. Wir anderen achteten sorgsam darauf, den Vordermann oder die Vorderfrau während der Abfahrt ja nicht aus den Augen zu verlieren, möglichst nah aufzuschliessen und gut darauf zu schauen, wo es ihn oder sie «erhudelte», um schon ein bisschen vor den Launen des Geländes gewappnet zu sein. Nicht nur im Massenlager, bei den Mahlzeiten und im Aufstieg hatte sich unter uns eine mehr oder weniger gleichbleibende Reihenfolge und Routine eingespielt. Auch die Abfahrten wurden oft in der gleichbleibenden Reihenfolge in Angriff genommen, was sich wahrscheinlich günstig auf die Anzahl Kollisionen und abgeschnittenen Wege auswirkte. Im Nebel führte es jedenfalls dazu, dass jeder, ohne viele Worte zu verlieren, wusste, wen er als Vorfahrer oder Vorfahrerin ins Visier nehmen würde.
Auch der letzte Tag brachte wettermässig nicht Neues. In einem Wechsel zwischen hohem, dichtem und sehr dichtem Nebel zogen wir zum Tomülgrat. In Ermangelung eines Gipfelkreuzes bemerkten wir die Ankunft am Ziel vor allem dadurch, dass es einfach nirgendwo mehr höher ging. Für die Aussicht brauchte es weder Feldstecher noch den PeakFinder. In Anbetracht des Nebels stellten wir uns die Aussicht halt einfach vor und diskutierten die Abfahrtsvarianten. Koni konnte alle überzeugen, durch einen kurzen weiteren Aufstieg auf einen Nachbargipfel die festgefrorenen verspurten Hänge der Zustiegsroute zu meiden und die unverspurten, verfirnten Abhänge des Strätscherhores (!) anzusteuern. Als wir dann unter die Nebelgrenze gelangten und dazu noch etwas Sicht hatten, war das Glück perfekt.
So gingen die vier gemeinsamen Tage zu Ende. Zurück blieben die Erinnerungen an eine tolle Kameradschaft und schöne Tourenabenteuer. An Margreth ein herzlicher Dank fürs Organisieren dieser vier wunderschönen Tage, an Koni ein Dank für die humorvolle, angenehme und ausgezeichnete Führung!

Martin Amgarten, Annette Fischer, Koni Rösti (Bergführer), Werner Vogler, Margret Werren, Margreth Wieland (Tourenleiterin), Andi (Bericht) und Wiltrud Widmer

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