Traditionsgemäss begann die Tourenwoche zeitig in einem Kaffee oder einer Konditorei, diesmal in der Confiserie Kuhnen in der Lenk. Von dort ging es mit dem Taxi, der einzigen Möglichkeit im Winter auf die Iffigenalp zu fahren, auf die Iffigenalp. Wer dachte, wir könnten nun mit der Seilbahn aufs Wysshorn, also praktisch bis zur Plaine Morte hochfahren, sah sich eines Besseren belehrt. Die Bahn fährt ausschließlich im Dienste der Landesverteidigung und unterstützt nebenher die Logistik der Wildstrubelhütte.
So schwebte die Gondel über unsere Köpfe hinweg und wir fellten brav an. Unser Tagesziel war das Niesenhorn (ist kein Verschreiber, ein solches Horn steht dort tatsächlich) mit der rassigen Abfahrt zur Wildhornhütte. Ohne gross zu hetzen wurde das Niesenhorn angesteuert. Für die Abfahrt erwartete uns perfekter Sulz und in der Hütte ein super Znacht.
Am zweiten Tag gings zum Schnidenjoch. Der Übergang war nicht nur für uns wichtig. Auch die Römer sind da drüber und haben dort allerlei Knöpfe, Fideln und Münzen liegen lassen. 3000 Jahre davor ging Schnidi, ein Mensch aus der Jungsteinzeit, übers Schnidenjoch. Von ihm wurden nur Fellschuhe und ein köcher-ähnliches Ding gefunden. Er selber wurde bis heute nicht gefunden. Darüber nachsinnend was wohl aus ihm geworden ist, zogen wir weiter aufs Schnidenhorn, fuhren ab zum Rawylpass, und stiegen, weil es so schön war, gleich noch aufs Mittagshorn. Von da gings nach einer rassigen Abfahrt zurück zum Rawylpass und rauf zur Wildstrubelhütte. Koni, unser Bergführer, betreibt die Hütte als Hüttenwart und so durften wir ahnen, dass es uns an nichts fehlen würde. Dies war denn auch so: Superfeines Znacht und am nächsten Tag eine richtige Schneeschmöckertour auf den Spuren der walliser Viehdiebe über Tierbärg, Laufboden zur Plaine Morte und zur Hütte zurück.
Für den letzten Tag war der Wildstrubel mit der Abfahrt übers Ammertetäli in die Lenk auf dem Programm. Dank Konis Ortskenntnis gleiteten wir über die sonst schier unendliche Fläche der Plaine Morte bis an den Fuss des Wildstrubels.
Auf dem Gipfel präsentierte sich zum ersten Mal in der Woche eine atemberaubende, saharastaub freie Aussicht (man sah also weiter als bis in den Sahara“nebel“ rein). Das Ammertetäli hält skifahrerisch so ziemlich alles bereit, was man sich wünschen kann: Weite Pulverschnee- oder Sulzhänge, lange enge Chälen zum Abrutschen, experimentelles Skifahren über holprige / enge Wanderwege und Flussüberquerungen, die fast akrobatische Fähigkeiten erfordern. Bis wir in der Lenk waren, war es jedenfalls für alle i.O., dass wir unten waren.
So ging eine weitere, erlebnisreiche, zufriedene gemeinsame Tourenwoche zu Ende. Ein herzlicher Dank an Koni Rösti, unseren Bergführer, und Monika von Bergen, die mit Koni die Tour organsiert hat!
Die TeilnehmerInnen: Annette Oester, Irene Beck, Luzia von Ah, Margret Werren, Martin Amgarten, Monika von Bergen (Tourenleiterin), Peter Ming, Werner Vogler, Andi Widmer (Bericht); Koni Rösti (Bergführer)